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Ethikstandards im Social Web
Ethik- und Qualitätsstandards für Social Media Marketing?
Social Media Marketiers fürchten kaum etwas mehr als die Folgen von Verbraucherrechtsverletzungen, die z.B. dank massenweiser Versteigerung von Bewerbungsunterlagen bei eBay, als vermutlich illegale systematische Aggregation persönlicher und urheberrechtlich geschützer Daten bei Yasni oder als tausendfach bei Google gelistete persönliche Kontaktbeziehungen aus XING mittlerweile tagtäglich Tausende von Konsumenten in ihren unmittelbaren Persönlichkeitsrechten schädigen. Auch im deutschsprachigen Raum wird der Ruf nach einer stärkeren (Selbst-) Regulierung des Marktes lauter.
New York, München, 10.11.2009, von Sebastian Paulke - Mit den
zunehmenden Aktivitäten von Unternehmen und Organisationen im Social
Web steigt auch die Zahl und Bedeutung ethischer und rechtlicher
Verstöße gegen die Persönlichkeitsrechte der Verbraucher,
gegen nationale Datenschutzbestimmungen, Verbraucherschutzgesetzgebungen
und Presserechte. Um qualitative und ethische Mindesstandards für das
Social Media Marketing zu etablieren, haben wichtige Player im
angloamerikanischen Social Media Marketing-Markt (SMM) nun die
Brancheninitiative „Social Media Marketing Council“ gestartet:
Vor zwei Wochen haben die Social Media Marketing Serviceprovider DMRS
Group, Merkle, TargetBase, Engauge und Harris Interactive und die
SMM-Technologieanbieter Acxiom, Alterian und Epsilon auf der
Marketing-Kongressmesse DMA 09 in San Diego als ersten Schritt zu einer
freiwilligen Marktregulierung den SMMC als unabhängigen Rat zur
Regulierung des SMM-Marktes und Förderung verantwortlichen Handelns
der Akteure gegründet. Ziele des von den beteiligten Unternehmen
getragenen, für alle interessierten Akteure offenen Social Media
Marketing Council sind, 1. den Umgang mit Verbraucherdaten besser zu
regulieren, 2. einen Branchenstandard für verantwortlichen Umgang mit
Informationen aus dem Social Web und 3. Leitlinien „guter
Praxis“ in SMM treibenden Unternehmen zu etablieren.
Florian Haarhaus, Deutschlandchef von Alterian, dessen online-Marketing Technologien
und Services von über 1.500 der weltgrößten Unternehmen
und Marken eingesetzt werden, begründet das Engagement seines
Unternehmens im angloamerikanischen Ethik-Rat mit der offensichtlich
ansteigenden Gefahr mißbräuchlicher Verwendung von
Informationen und Daten aus den Social Media, die letztlich neben den
Verbrauchern auch dem Markt schadeten, und fordert auch für den
deutschsprachigen Raum eine Brancheninitiative für ethisch
korrektes Unternehmenshandeln im Social Web: „Fälle wie die
Versteigerung persönlicher Bewerbungsunterlagen bei eBay, das
Auftauchen tausender persönlichkeitsrechtlich geschützter
Informationen von XING.com bei Google oder die systematische
Werbe-Verwertung rechtlich höchst zweifelhafter
Informationsaggregationen über Millionen von Verbraucher bei
yasni.de zeigen, dass auch im deutschsprachigen Social Web Marketing
teilweise die reinsten Wild West-Methoden herrschen. Um Konflikte
zwischen den berechtigten legitimen kommerziellen Interessen von
Unternehmen einerseits und den gesetzlichen Rechten der Verbraucher im
Social Web andererseits auszuschließen, müssen Unternehmen
nach unserem Verständnis schnellstens Qualitätsstandards,
Verhaltensregeln und Konventionen vereinbaren, die den berechtigten
Interessen und Rechten der Verbraucher entsprechen und
Verstöße dagegen verhindern.“
Aufgrund der extrem heterogenen Struktur des Social Webs, in dem per
definitionem alle Informationen von den Usern selber bereitgestellt werden,
sei es wenig erfolgversprechend, auf die regulatorischen Initiativen der
vielen zuständigen Gesetzgeber zu hoffen, so der Fachmann für
Dialogmarketing in den Neuen Medien und Kanälen, Florian Haarhaus:
„Zunächst kann nur eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft z.B.
in Form einer von der gesamten Branche getragenen Selbstregulierung
weiteren Schaden von den Konsumenten abwenden, schon weil die Umsetzung der
Vorstöße der Gesetzgeber einfach viel zu lange dauert. Ich lade
daher alle Akteure im deutschsprachigen Social Web, also insbesondere
Agenturen, Service- und Technologie-Provider sowie die entsprechenden
Verbände und Interessenvertretungen dazu ein, in die Diskussion
über eine deutsche Brancheninitiative zur Einführung und
Verabschiedung von Industrie-Standards einzutreten, die die Interessen der
Verbraucher umfassend berücksichtigen und so Freiräume für
ein wirksames, von den Empfängern akzeptiertes Social Media Marketing
zu schaffen.“
Vertreter aus der Marken- und Kommunikationsberatung wie z.B. Volker
Neuhaus, Mitinhaber der Düsseldorfer Brand Strategy Consultants
NeuhausSchulz, oder Sascha Wolff, Inhaber des
Berliner Dialogmarktingproviders Wolff Consulting, unterstützen den Aufruf von
Haarhaus: „Konsequente Markenführung heißt auch, stets
einen relevanten Dialog mit seinen Konsumenten aufzubauen – wenn
die im Social Web agieren, dann auch dort,“ erläutert
Neuhaus: „Skandale, wie sie sich in der jüngsten Zeit zu
häufen scheinen, verstärken die Vorbehalte der Verbraucher
gegen online-Dialoge mit ihren Marken und gefährden so die Relevanz
dieses Kanals. Wir unterstützen daher den Aufruf von Haarhaus
– die kommunikativen Freiheiten im Social Web sind ein zu
wichtiger Kanal zum Kunden, um ihn auf dem Altar kurzfristiger Revenues
von Unternehmen zu opfern, die schnelle Profite ohne Rücksicht auf
das ‚große Ganze’ suchen.“
Auch Sascha Wolff befürwortet eine Branchenoffensive für
verantwortliches Social Media Marketing in Deutschland: „Wenn die
Wirtschaft auf die zunehmende Neuorientierung der Verbraucher hin zum
Informationsbezug im Social Web aufgrund der kriminellen Machenschaften
‚schwarzer Schafe’ und des resultierend ansteigenden
Mißtrauens der Verbraucher keinen Einfluss auf Konversationen im
Social Web mehr nehmen kann, können auch die kommunikativen Potenziale
des user-zentrierten Kundendialogs von der Wirtschaft nicht mehr gehoben
werden. Das heißt nichts anderes, als dass online-Dienstleistungen,
Self Service-Angebote und verbrauchergerechte Produktentwicklung durch
Social Media-Analysen und –Angebote nicht mehr funktionieren werden,
mit allen Nachteilen für Konsumenten wie Anbieter: Wenn es
zukünftig aufgrund begründeter Verbrauchervorbehalte keinen
echten, ehrlichen und für beide Seiten fruchtbaren Dialog zwischen
Verbraucher und Wirtschaft im Social Web mehr gibt, werden Produkte und
Services teurer und weniger präzise auf die Bedürfnisse der
Konsumenten angepasst sein.“
Hintergrundinformationen
Alle Unternehmen, die im Social Web Werbung treiben, treiben lassen oder
Technologien und Services zur Werbung in den Social Media anbieten, sind
eingeladen, sich der Initiative „Social Media Ethikrat“
anzuschließen und eine gemeinsame Position zu erarbeiten, gemeinsame
Handlungsstrategien zu vereinbaren und durch gemeinsame PR- und Lobbyarbeit
umzusetzen.
Interessenten kontaktieren bitte:
Herrn Florian Haarhaus
Alterian B.V. Niederlassung Deutschland
Theresienstraße 6-8
80333 München, Deutschland
Telefon: +49 (0)89 288 90 164
Telefax: +49 (0)89 288 90 45
E-Mail: info@alterian.eu
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